Reglement der Formel 1

Das Reglement der Formel 1 ist das offizielle Regelwerk des Automobilverbandes FIA (Fédération Internationale de l'Automobile). Das Reglement ist extrem komplex und sorgt dafür, dass sie Weltmeisterschaft fair, sicher und wirtschaftlich nachhaltig bleibt.

Die wichtigsten Regeln in der Formel 1 kann man in drei verschiedene Kategorien unterteilen:

1. Sportliches Reglement

Das Sportliche Reglement bestimmt die gesamte Weltmeisterschaft und die Abläufe der Rennwochenenden.

Der Ablauf

Ein klassisches Rennwochenende gliedert sich in drei Teile.

1. Free Practice (engl. freies Training)

An jedem Rennwochenende gibt es drei Practice-Sessions, die jeweils 60 Minuten dauern.
In den freien Practice-Sessions ist es das Ziel der Fahrer, die Strecke kennenzulernen. Dies tun die Fahrer, indem sie mehrere Runden auf der Strecke zurücklegen.


2. Qualifying (engl. Qualifikation)

Nach den Practice-Sessions gibt es ein Qualifying, das die Startaufstellung für das Rennen bestimmt. Alle Fahrer kämpfen um die Pole-Position.
Das Qualifying besteht aus drei Sessions.
Im F1-Sprachgebrauch nennt man die drei Sessions auch Q1, Q2 und Q3.
Die erste Session, in der alle Boliden auf der Strecke fahren, dauert 18 Minuten.
Das Ziel im Qualifying ist es, eine bestmögliche Rundenzeit zu erzielen.
Daraus ergibt sich anschließend die Rangliste - sortiert von der absolut schnellsten bis zur langsamsten Rundenzeit.
Wenn die Uhr in einer Session auf 0:00 steht, dürfen die Fahrer die Runde, die sie bereits begonnen haben, noch zu Ende fahren. Erst danach ist die Session vorbei.

Nach den ersten 18 Minuten fliegen die letzten 6 raus. Sie haben also keine Chance mehr, sich einen besseren Startplatz für das Rennen zu sichern.
In der 15-minütigen Q2-Session treten die verbleibenden 16 Fahrer gegeneinander an.

In Q3 sind nur noch die ersten 10 Formel-1-Wagen auf der Strecke übrig. Sie sind die letzten die noch für das Pole kämpfen.

Das Ganze Zusammengefasst:

  • Q1 - 22 Formel-1-Boliden - 18 Minuten
  • Q2 - 16 Formel-1-Boliden - 15 Minuten
  • Q3 - 10 Formel-1-Boliden - 12 Minuten

3. Das Rennen (auch Grand Prix, franz. Großer Preis)

Am letzten Tag folgt das Rennen über eine Distanz von 305 Kilometern. Das Wichtigste ab hier ist die Strategie und die Kompetenzen der Fahrer. Diese Kombination führt das Team zu ihrem Ergebnis.
Nach der Formation Lap (engl. Einführungsrunde) schaltet die Startlampe auf Grün.
Während des Rennens muss jedes Team mindestens einmal in die Box (Garage des jeweiligen Fahrers) rein um die Reifen zu wechseln. Dies wird auch Pit-Stop genannt.
Wenn sie zur Box fahren, dürfen sie mit maximal 80 km/h in der Pit-Lane fahren.
Ein Pit-Stop sollte ca. 2 Sekunden dauern. Wenn der Pit-Stop länger dauert als 2 Sekunden, kann es dazu führen, dass die Fahrer überholt werden.
Jede Strecke hat unterschiedliche Anzahlen von Runden. Wer nach den Runden als Erster die Ziellinie überquert, gewinnt.
Die ersten zehn Fahrer bekommen, je nach ihren Plätzen, eine bestimmte Anzahl an Punkten.
In jeder Runde werden hunderte von Entscheidungen von den Teams und Fahrern getroffen. Ein Beispiel dazu ist die Boxenstrategie.
Soll der Fahrer jetzt in die Box rein? Halten es die Reifen noch aus? Passt der Grip noch? Wie stark kann er pushen, ohne dass die Reifen überhitzen?

Je nach Platzierung erhalten die ersten zehn Fahrer Punkte.

Platzierung Punkte
1. Platz 25 P.
2. Platz 18 P.
3. Platz 15 P.
4. Platz 12 P.
5. Platz 10 P.
6. Platz 8 P.
7. Platz 6 P.
8. Platz 4 P.
9. Platz 2 P.
10. Platz 1 P.

Es gibt manche Wochenenden, an denen die Practice-Sessions durch ein intensives Rennen ersetzt werden. Stattdessen gibt es ein Sprint-Qualifying und ein Sprint-Race.

2. Sprint-Qualifying (engl. Sprint-Qualifikation)

Das Sprint-Qualifying ist wie das normale Qualifying aufgebaut. Es besteht aus drei Sessions, die deutlich kürzer sind als im normalen Qualifying. Im F1-Sprachgebrauch werden die Sessions auch als SQ1, SQ2 und SQ3 bezeichnet.
Während des Sprint-Qualifying darf keiner der Fahrer in Box reinfahren, um die Reifen zu ändern.

Das Sprint-Qualifying zusammengefasst:

  • SQ1 - 22 Formel-1-Wagen - 12 Minuten
  • SQ2 - 16 Formel-1-Wagen - 10 Minuten
  • SQ3 - 10 Formel-1-Wagen - 8 Minuten

3. Sprint-Race (engl. Sprint-Rennen)

Das Sprint-Rennen ist eine verkürzte Version des normalen Rennens.
Ein normales Rennen hat eine Renndistanz von circa 305 Kilometer. Die Renndistanz eines Sprint-Races liegt jedoch bei circa 100 Kilometer.
Meistens dauert das Rennen 15-20 Minuten, je nach Rennstrecke ändert sich dies natürlich.

Bei einem Sprint-Rennen gibt es keine Pflicht einen Boxenstopp zu machen. Boxenstopps gibt es nur bei Beschädigungen oder plötzlichen Wetteränderungen.
Sie starten mit weichen oder harten Reifen das Rennen und fahren damit im Normalfall komplett durch.

Das Risiko des Ganzen ist, dass es kein langes Reifen- und Spritsparen gibt.

Je nach Platzierung erhalten die ersten acht Fahrer Punkte.

Platzierung Punkte
1. Platz 8 P.
2. Platz 7 P.
3. Platz 6 P.
4. Platz 5 P.
5. Platz 4 P.
6. Platz 3 P.
7. Platz 2 P.
8. Platz 1 P.

Falls einer der Fahrer gegen eine Regel verstößt, bekommen er im besten Fall eine 5- oder 10-Sekunden-Strafe. Es kommt aber auch manchmal zu Geldstrafen.
Wie zum Beispiel der Fall mit George Russell am 24. Mai. George Russell (63) hatte im Kanada Grand Prix während des Rennens Probleme mit dem Wagen. Es hat sich während des Rennens in der 30. Runde ausgeschaltet. Was für den Fahrer sehr frustrierend war.
Nachdem er aus dem Wagen ausgestiegen war, entfernte er seine Handschuhe und seine Kopfstütze. Die Kopfstütze landete jedoch auf der Strecke. Die F1-Stewards sahen dies als eine unsichere Handlung. Deshalb bekam er eine Geldstrafe von 5.000€, welche aber bis auf Weiteres ausgesetzt ist. Falls er noch einmal in den nächsten 12 Monaten ein ähnliches Vergehen begeht, muss er die Summe begleichen.
In diesem Fall bekam er nur eine Verwarnung.

Ein weiteres Beispiel ist der Fall mit Max Verstappen im Brasilianischen Grand Prix in 2021. Verstappen berührte im Parc-Fermé, den Heckflügel am Wagen von Hamilton. Daraufhin bekam er eine 50.000€ Strafe. Nach dem Vorfall machten auch Fahrer wie Sebastian Vettel Scherze darüber.
Es kam zu solch eine Strafe, denn während des Parc Fermé* ist es verboten ein Wagen anzufassen.

Silverstone Circuit Lotus-Wagen (2011)

*Parc Fermé:

Nachdem das Rennen / Qualifying zu Ende ist, müssen alle Wagen an einem Ort abgestellt werden. Es soll somit verhindert werden, dass Teams spezielle Autos mit extremer Leistung oder unerlaubte Änderungen für das Qualifying / Rennen haben.
Es werden beispielsweise die Fahrzeuge gewogen, um herauszufinden ob sie leichter sind als sie es sollten. Denn die Fahrzeuge selber sollten 686kg wiegen.
Die Regelung für das Gewicht zählt nicht nur für die Fahrzeuge sondern auch für die Fahrer. Um große, schwere Fahrer nicht zu benachteiligen, sind für die sie 82kg Fahrergewicht vorgeschrieben. Das Bedeutet, das Fahrzeug sollte inklusive des Fahrers 768kg wiegen. Falls eines der Teams etwas Unerlaubtes an dem Wagen macht, muss der Fahrer das Rennen (falls es im Qualifying passiert) in der Boxengasse starten. Beispiel davon ist das Gesamtgewicht des Fahrezeugs mit dem Fahrer und ohne des Fahrers

2. Technisches Reglement

Das Technische Reglement befasst sich mit den genauen Konstruktionsvorgaben für die Autos, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Chancen aller Teams fair und gleich zu lassen.

Reifen

Seit der 2026 Saison gibt es viele neue Regelungen. Die Fahrzeuge werden kleiner und leichter. Deshalb werden auch die Reifen an die Fahrzeuge angepasst. Im Vergleich zu den Reifen aus den Saisons davor, werden die vorderen um 25mm und die hinteren 30mm, kleiner. Auch der Gesamtdurchmesser wurde, vorne um 15mm und hinten um 10mm, kleiner.
In der vorherigen Saison gab es auch kleine Bögen (siehe Video) über den Reifen, die geholfen haben den Luftstrom über den Reifen zu kontrollieren.
Hier sieht man auch die detaillierten Informationen zu den Reifen für die aktuelle Saison.

Reifengrößen

Seit 2011 stellt Pirelli Motorsport den Teams an jedem Rennwochenende die Reifen zur Verfügung. Diese werden speziell für extreme Geschwindigkeit, hohen Abtrieb und kurze Lebensdauer entwickelt.

Es gibt 2 verschiedene Arten von Reifen. Die einen sind die Trockenreifen (auch Slicks genannt) und die anderen sind die Regenreifen.
Auf allen Reifen gibt es auch eine Farbcodierung. Wenn man auf die Reifen schaut findet man 5 verschiedene Farben. Jede dieser Farben haben eine Bedeutung, sie unterscheiden die Reifen voneinander.

Reifenmischung Kennzeichnung
Hard Weiß
Medium Gelb
Soft Rot
Intermediate Grün
Full Wet Blau

Slicks (in trocken Bedingungen)

Hard (harte Mischungen)

Hardreifen verfügen über eine harte Mischung. Sie bieten maximale Haltbarkeit haben jedoch wenig Grip, deshalb sind sie ideal für lange Nutzung und halten hohe Außen- & Streckentemperaturen gut aus.
Hauptsächlich werden die C1- Reifen genutzt, jedoch werden manchmal die C2-, C3- und C4-Mischungen als Hardreifen genutzt. Je nach Strecke und Temperatur, stellt Pirelli diese Reifen bereit.

Trockenreifen (weiß)

Medium (mittlere Mischungen)

Mediumreifen sind die Mittleren. Sie bieten ein ausgeglichenes Verhältnis von Leistung und Haltbarkeit. Man kann mit ihnen also mehr runden Fahren als mit den Softreifen. Jedoch haben sie nicht einen ganz so guten Grip wie die Softs. Die bereitgestellten Reifenmischungen sind die C2-, C3-, C4- und C5-Reifen.
Je nach Strecke und Temperatur, stellt Pirelli eines dieser Reifen Bereit.

Trockenreifen (gelb)

Soft (weiche Mischungen)

Softreifen stehen für die weichen Reifen. Sie bieten den meisten Grip und die schnellste Rundenzeiten, jedoch halten sie nicht lange. Deshalb sind sie optimal für das Qualifying.
Im normalen Fall werden für die Softs C5-Reifen bereitgestellten. Es kommt aber auch mal vor, dass C3-, C4- oder C6-Reifen genutzt werden.
Je nach Strecke und Temperatur, stellt Pirelli eines dieser Reifen Bereit.

Trockenreifen (rot)

Wet Tyres (in nassen Bedingungen)

Intermediate

Intermediate Reifen sind nicht nur für feuchte Bedingungen, sondern auch für trockene. Sie sind also wie mittlere Reifen. Sie werden oft auch im leichten Regen oder auf feuchter Fahrbahn genutzt. Die Reifen sind auch taktisch gut für die Teams, da die Fahrer nicht direkt in die Box fahren um auch bei trockenen Bedingungen auch fahren zu können.

Intermediate Reifen

Full Wet (Regenreifen)

Die Full Wets sind bei starkem Regen am Besten. Die Reifen sind perfekt hergestellt um im Regen Grip zu haben. Oft kommt es jedoch nicht dazu, da es bei starkem Regen zu Sichtproblemen kommt. So kommt es zu Rennunterbrechungen.

Full Wets (Regenreifen)

Monocoque (Überlebenszelle / Fahrgastzelle) & Roll Hoop (Überrollbügel)

Die Fahrgastzelle ist nahezu unzerstörbar und schützt den Fahrer bei großen Aufprallen, da sie perfekt an den Körper des jeweiligen Fahrers angepasst wird. Das Monocoque ist sehr sicher da es aus extrem widerstandsfähigen Kohlefaser (Carbon) und Kevlar besteht.
In der Überlebenszelle gibt es zahlreiche Crashsensoren für eine Unfallanalyse nach dem Rennen. Dies ist entscheidend, um die genaue Unfallursache im Nachgang herausfinden zu können.

Der Überrollbügel gehört, genau wie dar Halo, zu den wichtigsten Sicherheitsvorrichtungen am Fahrzeug. Er schützt den Kopf des Fahrers bei einem Überschlag.
Ein Beispiel ist der schwere Unfall von Zhou Guanyu an der Silverstone Strecke im Jahr 2022. Dank des Roll Hoop überlebte er den Unfall. Deshalb wurden die Regelungen hierzu nochmal verschärft.

Zhou Guanyu

Halo-Bügel

Der Halo wurde 2018 eingeführt um große Trümmerteile oder andere Fahrzeuge abzufangen. Er besteht aus Titan und befindet sind über dem Cockpit. Er hält einer Belastung von bis zu 12 Tonnen stand.

Halo (Alpine)

Crash-Strukturen

Jedes kleinste Detail wird an einem Formel-1-Wagen überdacht um es so leicht, kompakt aber trotzdem schnell und sicher wie möglich zu halten.
Jedes dieser Fahrzeuge besitzen Crash-Strukturen, um im Falle eines Unfalls die Aufprallenergie so gut wie möglich zu absorbieren.

In dem Video sieht man ein Beispiel an dem sich die Crash-Strukturen befinden. Die Nase des Fahrzeugs ist das Beispiel in dem Video. Aber nicht nur die Nase, sondern auch das Heck des Fahrzeugs und die Seitenkästen besitzen Knautschzonen, die sich bei einem Unfall verformen, um die Aufprallenergie zu absorbieren.

Active Aero (aktive Aerodynamik)

Mit dem umfassenden Reglement der aktuellen Fahrzeuggeneration wurde unter anderem die aktive Aerodynamik eingeführt. Das Ziel der aktiven Aerodynamik (Active Aero) ist es, den auf das Fahrzeug wirkenden Luftwiderstand so zu steuern, dass er den Wagen nicht unnötig verlangsamt. Um dies zu erreichen, sind die Fahrzeuge mit Front-& Heckflügeln in Drei-Elemente-Design ausgestattet. Diese helfen, den Luftwiderstand zu verringern, und verfügen über zwei verschiedene Modi.
Die Flügel können von den Fahrern manuell geöffnet werden. Diese schließen sich auch in bestimmten Abschnitten, wie beispielsweise vor Kurven, automatisch. Dieses System ist jedoch entscheidend, um Unfälle zu vermeiden. Würden die Flügel in den Kurven konstant offenbleiben, würde dem Fahrzeug der nötige Grip fehlen, was zu einem Kontrollverlust und einem Einschlag in die Barriere führen würde.

Straight Mode (Geradeausmodus)

Im Geradeausmodus sind die Flügel offen. Sie verringern so den Luftwiderstand und sorgen für höhere Spitzengeschwindigkeiten.

Cornering Mode (Kurvenmodus)

Im Kurvenmodus sind die Flügel geschlossen (steile Position), um maximalen Abtrieb zu erzeugen und das Auto auf der Strecke zu halten.

Power Unit (Hybridantrieb) und Tank

Ab der 2026 Formel-1-Saison wurden Turbo-Hybride in den Sport eingeführt.
Die Fahrzeuge nutzen Hybridsysteme, die ihre Leistung zur Hälfte aus dem Verbrennungsmotor und zur Hälfte aus der Batterie beziehen.
Der Motor wurde so in zwei gleichmäßige Teile getrennt.

Die Hälfte des Antriebssystems bildet ein
400kW starken V6 Turbo-Hybrid. (auch Internal Combustion Engine, ICE genannt)

Die restlichen 50% des Systems werden von einem
350-kW-Elektromotor übernommen.

Im Falle eines Unfalls schalten sich die Systeme im Wagen automatisch ab, um größere Schäden zu verhindern.

Aufgrund der strengen FIA-Kontrollen bezüglich der Energierückgewinnung und -abgabe wurde auch die Zusammensetzung des Kraftstoffs angepasst.
Der Kraftstoff für den Motor hat sich also geändert. In der vorherigen Saison bestand er noch aus bleifreiem Benzin und 10% nachhaltigem Ethanol der zweiten Generation (also E10), jedoch jetzt besteht es aus einem 100% fortschrittlichen, nachhaltigen Kraftstoff. Dieser Kraftstoff besteht aus Industriellen Abgasen, Haushaltsabfällen und CO₂, welches aus der Luft gefiltert wird und zu flüssigem Benzin synthetisiert wird (Direct Air Capture).
Der Tank, in dem sich der Kraftstoff befindet, ist ein flexibler Kevlar-Sicherheitsbehälter. Die Flexibilität ist bei schweren Unfällen von entscheidender Bedeutung. Sie verhindert nämlich das Aufreißen des Tanks, indem sie die Aufprallenergie abfängt und maximalen Schutz vor Durchstichen bietet.

Recharge (Aufladen)

Recharge ist der Modus des Energy Recovery Systems (ERS). In diesem Modus wird die Baterie des Hybridantriebs durch zurückgewonnene Energie aufgeladen.
Die Energierückgewinnung geschieht durch Bremsvorgänge oder beim Lupfen (auch Lift and Coast genannt - Anheben und Rollenlassen). Lupfen bedeutet, dass man für einen kurzen moment das Gaspedal kurz anhebt oder kurz ganz vom Gas geht, ohne auf die Bremse zu treten. Fahrer tuen dies Hauptsächlich um die Batterie aufzuladen, Sprit zu sparen oder sie Reifen / Bremsen zu schonen.
Jedoch ist diese Funktion hauptsächlich automatisiert.

Das System, mit dem die Energierückgewinnung erfolgt, wird MGU-K (Motor Generator Unit - Kinetic) genannt. Übersetzt auf Deutsch bedeutet das „Motor-Generator-Einheit - Kinetisch“. Es handelt sich um ein zweiseitiges System, das entweder als Generator (zur Stromerzeugung) oder als Motor (zur Nutzung der Energie für den Antrieb) arbeiten kann.

Taktischer Einsatz von Recharge

Die Recharge Funktion ist für die Rennstrategie entscheidend, da diese Energie anschließend für zwei Modi zur Verfügung steht.

Overtake Mode (Überholmodus)

Dieser Modus wird von den Fahrern manuell eingeschaltet, wenn sie sich ca. 1 Sekunde hinter dem vorrausfahrenden Fahrzeug befinden.
Im Gegenstz zum Recharge Modus nutzt der Overtake Mode die maximale Kapzität des Elektromotors, um mit höherer Geschwindigkeit das vorrausfahrenden Fahrzeug zu überholen.
In diesem Modus wird zusätzlich die aktive Aerodynamik des Fahrzeugs angepasst, um den Luftwiderstand zu reduzieren.

Boost-Button

Der Boost Button ist im Prinzip wie der Overtake Modus. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass der Boost-Button von den Fahrern überall auf der Strecke aktiviert werden kann. Er dient als zusätzlicher „Power-Schub“, um in Geraden entweder die Position anzugreifen oder die eigene Position zu verteidigen.
Die Teams können selber entscheiden ob sie den Boost über Runden verteilt nutzen oder vollständig bei einer Fahrt.

Ausrüstung des Fahrers

Helm

Der Helm besteht aus leichtem Carbon und feuerfeestem Harz. Die Visiere der Helme sind auch durschussfest (z.B. gegen Trümmerteile) um mit Abreißfolien versehen, damit die Fahrer ganz leicht ihr Visier säubern können. Sie reißen die Folie währende des Rennens ab, falls etwas auf dem Visier ist und ihre sicht blockiert wird.
Die Helme verfügen über integrierte Trinkschläuche. Sie können per Knopfdruck am Lenkrad trinken, denn das Wasser wird von einem Trinkbeutel (befindet sich hinter dem Fahrersitz) in den Schlauch reingepumpt. So können die Fahrer, während sie in dem Fahrzeug sitzen, etwas trinken.

HANS-System (Head and Neck Support)

Die Fahrer tragen ein Kopfteil um den Hals. So wird der Nachen und die Wirbelsäule bei Unfällen oder Aufprallen vor extremen Bewegungen geschützt.

HANS System

Rennanzug

Die Fahrer tragen während des Rennens maßgeschnederte und aus mehreren Schichten Nomex, denn der Rennanzung muss gemäß der FIA-Norm mindestens 12 Sekunden lang vor Temperaturen von bis zu 800°C schützen.

Nico Rosberg Rennanzug

Ohrenstöpsel

Es werden für alle Fahrer spezielle Ohrstöpsel angefertigt. Diese sind aufgrund dem Lärm der Motoren entscheidend. Auch für die Kommunikation zwischen dem Renningenieur und dem Fahrer sind die Ohrstöpsel sehr wichtig.

Handschuhe

Diese sind Ultradünn, feuerfest und oft mit Silikon an den Handflächen für Grip am Lenkrad.
Die Handschuhe sind auch mit vielen Sensoren ausgestattet, die biometrische Daten des Fahrers - wie beispielsweise den Herzrhythmus - an die Rennärzte weiterleiten.

Visa RB - Handschuhe

Rennschuhe

Die Rennschuhe werden aus feuerfestem Leder mit einer extrem dünnen Sohle gefertigt, damit die Fahrer ein präzises Gefühl für die Pedale haben.

Fernando Alonso Rennschuhe 2025

3. Sicherheitsreglement

Streckensicherheit

Außerhalb der Streckenlinien gibt es verschiedene Sicherheitselemente, um Zuschauer und Fahrer zu schützen.

Es gibt beispielsweise Auslaufszonen und Kiesbetten.
Auf modernen Strecken gibt es eine Kombination aus Asphalt-Auslaufzonen zum Abfangen des Wagens udn Kiesbetten, welche durch Reibung, mechanische Verzögerung bewirken.
Falls es Problemen mit den Fahrzeugen gibt, können die Fahrer den Wagen auf der Auslaufzone lassen

Es gibt aber auch sogenannte TecPro-Barrieren und Reifenstapel die dafür sorgen, dass es bei einem Aufprall verfomt und die Energie absorbiert, um den Aufprall so sanft wie möglich zu machen.

Vor den Tribünen gibt es auch 6 Meter hohe Fangzäune, die verhindern, dass Trümmerteile oder Fahrzeuge in die Menschenmenge geschleudert werden.

Flaggen zum Rennablauf

Karierte Flagge

Ein Rennen / eine Session endet immer mit einer karierten Flagge. Sobald die Runden zu Ende sind und das erste Fahrzeug die Ziellinie erreicht, endet das Rennen. Die restlichen Fahrer beenden noch ihre aktuelle Runde.

Karierte Flagge

Gelbe Flagge

Bei einer gelben Flagge wird den Fahrern signalisiert, dass es eine Gefahr neben oder auf der Strecke gibt. Deshalb müssen die Fahrer langsamer Fahren. Während dieser Phase fahren sie einem Safety-Car hinterher die Strecke wieder sicher ist.
Für weitere Details, siehe Abschnitt „Safety-Car“ unten.

Gelbe Flagge

Grüne Flagge

Wenn die grüne Flagge gewunken wird, ist dies ein Zeichen, dass die Strecke frei und sicher ist.
Diese wird oft vor dem Rennen / Trainingssession oder nach einem Safety-Car bzw. einem Virtual Safety-Car gewunken. Das heißt das die Session ganz normal weiter geht.

Grüne Flagge

Rote Flagge

Die rote Flagge signalisiert, dass eine Session oder ein Rennen gestoppt wird. Oft passiert das bei schweren Unfällen, bei schlechten Wetterbedingungen oder allgemein in Situationen bei denen die Sicherheit aller gefährdet wird.
Während die Session bzw. das Rennen gestoppt wurde, müssen alle in die Box reinfahren und abwarten bis das Problem aufgehoben wird.

Rote Flagge

Safety-Car (SC)

Bei größeren Unfällen, wenn die Marshals*² oder Bergungskräfte auf der Strecke arbeiten, kommt das physische Safety-Car zum Einsatz.
Währenddessen ist es den Fahrern nicht erlaubt, zu schnell zu fahren oder zu überholen.

*²Marshalls:
Marshals (Sportwarte) sind ehrenamtliche Sicherheitskräfte, die für die Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf des Rennens zuständig sind.

Virtual Safety-Car (VSC)

Seit 2015 gibt es bei kleinen Zwischenfällen (beispielsweise wenn ein Wagen in der Auslaufzone liegenbleibt) oder wenn es nicht ein großes Problem gibt, das Virtual Safety-Car.

In beiden Situationen sieht man eine gelbe Flagge, die den Fahrern signalisiert, dass es ein VSC oder SC gibt, da es einen Unfall gab oder Gefahr auf der Strecke droht.
Seit 26 Jahren fährt Bernd Mayländer das Safety-Car, in Begleitung von Richard Darker (seit 2015).

Bernd Mayländer - Safety Car

Flaggen für Anweisungen und Warnungen

Blaue Flagge

Diese Flagge signalisiert einem langsamen Fahrer, dass er für die anderen Fahrzeuge Platz machen muss und ihnen eine Überholmöglichkeit geben muss.

Blaue Flagge

Gelb-Rot gestreifte Flagge

Diese Flagge signalisiert eine Rutschgefahr auf der Strecke. Das bedeutet eine Flüssigkeit, wie beispielsweise Öl, Kühlflüssigkeit oder das Regenwasser des leichten Regens könnte eine Rolle dabei spielen. Aber auch wenn Trümmerteile auf der Strecke liegen kann diese Flagge gewunken werden.

Gelb-Rot gestreifte Flagge

Weiße Flagge

Die weiße Flagge warnt andere Fahrer, dass sich beispielsweise ein langsames Fahrzeug auf der Strecke fortbewegt oder sich ein Rettungsfahrzeug auf der Strecke befindet.

Weiße Flagge

Flaggen für Strafen und Disqualifikation

Schwarze Flagge mit orangenem Kreis

Diese Flagge ist eine Warnung an einen Fahrer, dass er eine Gefahr darstellendes technisches Problem hat. Der Fahrer darf ab dem Moment maximal 3 mal an der Boxengasse vorbeifahren, spätestes am Ende der dritten Runde muss er in die Box reinfahren.

Schwarze Flagge mit orangenem Kreis

Schwarz-Weiß diagonal geteilte Flagge

Diese Flagge ist eine letzte Verwarnung vor einer harten Strafe, zu einem unsportlichen Verhalten. Das passiert wenn beispielsweise ein fahrer öfters die Streckenbegrenzung missachtet oder sich unfair gegenüber anderen Fahrern verhält.
Mit dieser Flagge zusammen wird auch die Startnummer des Fahrers angezeigt, um es dem jeweiligen Fahrer es gut signalisieren zu können.

Schwarz-Weiß diagonal geteilte Flagge

Schwarze Flagge

Diese Flagge ist ein Disqualifikationssignal. Bei einem Regelverostß oder Gefahrendarstellung des Fahrers, kommt es zu einer Disqualifikation. Der Fahrer muss direkt in die Box reinfahren nachdemn er die Flagge sieht.
Wenn ein Fahrer Disqualifiert wird, werden die Punkte des betreffenden Rennen aberkannt. Nebenbei kann er auch andere Strafen wie beispielsweise Geldstrafen oder Ausschuss von zukkünftigen Rennen zustande kommen.

Schwarze Flagge

Hochvolt-Sicherheit

Da Formel-1-Autos mit kompleyen Hybridsystemen (ERS) fahren, besteht bei Unfällen die Gefahr eines elektrischen Schlags.

Wenn die

Status Leuchten

Der Zweck der Leuchten an den Fahrzeugen ist es, die Sichtbarkeit bei langsamer Fahrt oder Unfällen zu erhöhen.
Dank dieser Leuchten kann man auch den Fahrerstatus oder die Batterieladung erkennen.

Heckaufprallstruktur-Leuchte (Rear Impact Structure Light)

Die Heckaufprallstruktur-Leuchte ist die einzige farbwechselndes Licht. Es befindet sich unterhalb des Heckflügels.
Seit der 2026 Saison sind diese Leuchten rund und nicht mehr rechteckig.
Es gibt zwei verschiedene Farben.

  1. Blau:
    Wird oft in Practice Sessions benutzt, da es manchmal Formel 2 oder Formel 3 Fahrer mit den Wagen fahren dürfen.
    Mit dem blauen Licht wird es den Rest der Strecke deutlcih gemacht, dass der Fahrer im Wagen noch keine vollständige Superlizenz bekommen hat.
  1. Rot:
    Maximalleistung der Antriebseinheit wurde zu Energieverwaltung reduziert.
    Wird hauptsächlich als Leistungsreduzierungmodi zur Energieverwaltung genutzt. Es gibt aber auch andere Verwendungszwecke.
    Während die Leuchten rot Blinken darf keiner das Fahrzeug anfassen, da das Fahrzeug unter Strom ist.
    Falls ein Fahrer in solch einer Situation das Fahrzeug, wegen einem Defekt oder einer instabilen Elektronik, verlassen muss, dürfen sie den Wagen und den Boden nicht gleichzeitig berühren. Das Beduetet sie müssen vom Wagen abspringen.
    Wenn die Leuchten grün leuchten gibt es diese Problem nicht mehr. Denn das Bedeutet, dass keine hohen Spannungen am Auto fließen.

Je nach den Blinksignalen, haben sie weitere Beduetungen:

  • 1-mal:
    Die MGU-K liefert weniger Leistung als das Maximum von 350kW.
  • 2-mal:
    Die MGU-K liefert keine Leistung.
  • Schnelles Blinken:
    Die MGU-K lädt auf, während der Verbrennungsmotor (Internal Combustion Engine, ICE) unter Vollast läuft.

Endplattenleuchte (Rear Wing Endplates)

Die Endplattenleuchte befindet sich am hinteren Teil des Heckflügels. Diese sind dauerhaft rot. Sie spiegeln den Status der Leuchte an der Heckaufprallstruktur-Leuchte wieder.

Heckaufprallstruktur-Leuchte - Haas 2026

Seitliche Sicherheitsleuchten (Lateral Safety Lights)

Diese befinden sich hinter den Seitenspiegeln. Sie leuchten immer in bernsteinfarben. Aufgrund ihrer Position sind sie seitlich und von vorne sichtbar.
Diese Leuchten schalten sich an, wenn das Fahrzeug auf der Strecke unter 20 km/h fährt oder das Fahrzeug steht.

Lateral Safety Lights

Beim Rennstart sind die Leuchten nur an, falls das Fahrzeug im Leerlauf steht. Sobald ein Gang eingelegt wird, deaktivieren diese sich.

Sicherheitsüberwachung

Alle der Formel-1-Boliden haben ein FIA-Blackbox-System (Accident Data Recorder, ADR) . Dieses System ist ein Unfalldatenspeicher, der von der FIA speziell entwickelt wurde.
Es werden alle G-Kräfte (Beschleunigungen) und Drehdaten (Gyroskop-Daten) gemessen.
Fahrteugparameter wie Bremsdruck, Gaspedalstellung und Lenkwinkel werden auch mirhilfe dieses Systems festgestellt.
Diese Daten werden dann für Forschungzwecke genutzt, um die Kinematik von Unfällen und auftretnede Verletzungsmuster zu verstehen.

Während des Rennens werden auch einige Daten überwacht, wie die Geschwindigkeit, die G-Kräfte, der aktuelle Stand der Batterie und die Temperaturen an verschiedenen Stellen am Wagen.

Da viele Daten am Fahrzeug überwacht werden, gibt es Systeme die automatisch wahrnehmen ob es zu technischen Problemen kommen könnte.

Wettersicherheit

Das Wetter ist eines der wichtigsten Faktoren damit das Rennen von der FIA freigegeben werden kann.
Damit ein der Start eines Rennens erlaubt wird, muss die Sicht und Grip auf der Strecke ausreichend sein.
Jedoch ist es auch möglich, dass das Rennen mit dem Safety-Car startet falls die Wetterbedingungen nur am Anfang des Rennens etwas schlecht sind.

Sicherheitsreglement (Cost Cap)

Seit den neuen Regelungen in 2026, gibt es für die Teams Kostengrenzen.
Um die sportlichen Abstände zwischen finanzstarken Teams und kleineren Teams zu verringern, wurde die Kostengrenze eingeführt.
Zu diesem Budgedeckel zählen die Fahrzeugteile, die Ausrüstung der Fahrer und der Pit-Crew, Ersatzteile des Wagens, Entwicklungskosten und die Logistik der Wagen und der Ausrüstungen.

Ausnahmen

Jedoch gibt es auch Ausnahmen. Beispielsweise die Fahrergehälter und die Gehälter der drei bestbezahlen Mitarbeitern sind einer der Ausnahmen. Denn diese Zählen, wie die Marketingausgaben, nicht zur Cost Cap Zu den Ausnahmen zählen auch die Kosten bei den Reisen und die Rechtskosten bzw. Gerichtskosten der Teams.

Zusammenfassend zeigt sich, dass die Regeln der Formel 1 kein starres Gesetzbuch sind, sondern sie sind das Fundamenr des Sports. Es wird sich für die nötoge Sicherheit, finanzielle Fairness udn sportliche Spannung. Genau diese Regel sind auch das, dass die Formel 1 zur Königsklasse macht.